Indien                                          zur Bildergalerie

Wir sind nun seit 10 Tagen mehr oder weniger am Stück unterwegs: von Frankfurt über London, Bangkok nach Mumbai. Erschöpft vom langen Flug waren wir in Bangkok froh über unser von Deutschland aus gebuchtes Hotel. Ersteinmal eine Runde Schlafen, bevor wir uns aufmachten, um einen ersten Eindruck von Bangkok zu bekommen. Allzuviel Zeit hatten wir bis zu unserem Weiterflug nach Indien nicht - so dachten wir jedenfalls. Also ging es abends auf zum Flughafen, aber, oh staun, unser Flug war niergends angegeben! Hatten wir doch tatsächlich im Zuge der vielen Umbuchungen bei der Reiseplanung vergessen, dass wir uns einen zusätzlichen Tag Bangkok genehmigen wollten! Wenn wir jetzt schon so ohne Zeitgefühl sind, wie soll das dann erst noch im Lauf der Reise werden? Nachts darauf also wieder zum Flughafen und siehe da, wir fanden unseren Flug.

Verkehr in Mumbai
Kaum haben wir den ersten Fuß aus dem Mumbaier Flughafengelände gesetzt, schlägt uns ein Smog entgegen, der unbeschreiblich ist. Dazu Gedränge, Geschiebe und Geschrei: "Hello Sir, Sir, Taxi? Sir, Riksha, Riksha Sir? Hello Sir, Sir Room?" Konnten wir es bislang noch nicht glauben, gab es keine Zweifel mehr: wir sind in Indien, genauer in Mumbai, diesem 12-Millionen-Seelendorf, und haben keinen Plan, wo wir eigentlich hin wollen. Aber da steht ja noch ein Europäer - und der schaut nicht so hilflos drein wie unsereins, wunderte uns auch nicht mehr, als er uns erzählte, dass er viele Jahre in Indien gelebt hatte. Also schlossen wir uns zusammen und machten uns gemeinsam auf  Unterkunftssuche.

Reiseroute durch IndienDie nächsten drei Tage waren wir damit beschäftig, unsere Weiterfahrt zu organisieren. So sammelten wir die ersten Erfahrungen, was Zugfahren in Indien bedeutet: Am Anfang steht das Ausfüllen eines Zettels, auf welchem man das Reiseziel, die Abfahrzeit, die Zugnummer, den eigenen Namen, das Alter und die Konfession einzutragen hat. Aber woher in Gottes Namen soll man denn wissen, was für eine Nummer unser Zug hat, wenn alles nur in Hindi auf den Abfahrtstafeln steht? Aber wer schon mal BAFOEG beantragt hat, nimmt auch diese Hürde. Dann soll man diesen Zettel an einen der Herren hinter den Schaltern loswerden, und wenn man die Warteschlangen sieht, bereitet man sich schon mal auf einen gemütlichen Nachmittag in den monumentalen Hallen des Victoria Bahnhofs vor. Angeblich werden hier tagtäglich drei Millionen Passagiere abgefertigt! Aber was entdeckt das erstaunte europäische Auge da: ein separater Schalter - nur für Frauen - und dazu mit einer, für indische Verhältnisse, kurzen Warteschlange davor. Klar, dass sich Udo da schnell zurück zog und Moni mal machen ließ. Und so hielten wir einige Zeit später glückselig unser ersten Zugtickets in den Händen und die Weiterfahrt nach Udaipur war gesichert.   


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