Rajasthan                                   zur Bildergalerie

Elefantengötter, Maharadschas, prachtvolle Paläste:  Exotisches Indien aus einer goldenen Vergangenheit 

Hotel in UdaipurNach den ersten 1000 km Zugfahrt sind wir nun also in Udaipur angekommen. Dieser - laut Reiseführer - romantister Ort Indiens lies uns schnell die Hektik und das Chaos von Mumbai vergessen und wir waren uns einig, hier bleiben wir für ein paar Tage. In den nächsten Tagen brachte uns unser Fahrer Horminder "sein" Rajasthan näher. Alles ist hier eine Spur größer, gewaltiger, schöner und atemberaubender als anderswo.

von Kumbalgarh nach RanakpurVon Kumbhalgarh, einer der wehrhaftesten Bergfestungen aus dem 15. Jhd. wanderten wir durch das Kumbhalgarh Wildlife Sanctuare nach Ranakpur. Die Hoffnung, vielleicht eine Wildkatze zu Gesicht zu bekommen, durften wir schnell begraben. Die Strecke ging großteils über ein Pilgerpfad, auf dem hunderte von Leuten unterwegs waren - und wir waren die Hauptatraktion.... und wenn wir für jedes Foto, das von uns gemacht wurde, 10 Rupies bekommen hätten.... Ja, es war nicht gerade der Touri-Pfad. Anfangs dachten wir noch, wieso brauchen wir einen Guide, aber als wir dann in den Busch eingebogen sind - ok, ohne Udos heiliges GPS wäre keine Chance gewesen.

Wir hätten es durchaus noch länger hier ausgehalten, aber es liegen noch viele km vor uns und so hieß das Programm der nächsten Tage: spät ankommen, zu teures Hotel beziehen, schlafen, Festungs- und Palasttour, zurück ins Auto und weiter geht's... Wir kommen uns schon vor wie die Japaner und immer auf der Flucht. Bis Jodhpur sollte uns Horminder fahren, und dann wollten wir per Zug weiter nach Amritsar. In der blauen Stadt angekommen, waren jedoch alle Züge ausgebucht. Es wurde gerade der Geburtstag von Lord Ganesha, der Elefantengott, gefeiert und somit ist ganz Indien auf deLord Ganeshan Füßen. Das Fest hat einen Stellenwert wie unser Ostern. Es findet auf einem großen Platz statt und es drängen und drücken tausende Inder an einem vorbei. Warten oder Rücksichtnahme ist bei euphorischen, feiernden Indern nicht: Lauf zu Dicker oder ich steh dir in die Hacken. Überall sind geschmückte Elephantenstatuen aufgestellt, davor schreiende und spielende Kinder. Ich hab mir unseren alten Dorfpfarrer bei der Prozession vorgestellt: er wäre auf der Stelle umgefallen. Tja, alles etwas anders hier. 

Also blieb uns Horminder, der inzwischen Udos indischer Ersatzvater wurde, noch einen weiteren Tag treu und fuhr uns nach Bikaner. Am dortigen Bahnhof lauerten wir bis nachts um halb 2 zwischen mysteriösen Gestalten auf den Zug, um vom Schaffner mit viel Bakschisch einen Schlafplatz im Zug erkaufen.  Somit haben wir Rajasthan verlassen.