WWOOFen, Wildpferde und eine besondere Freundschaft
Es gibt wohl kaum einen
Backpacker-Reisenden in Neuseeland, der nicht mindestens einmal als
WWOOFer tätig war. WWOOF ("Willing workers on organic farms")
ist ein weltweites System,
wobei Freiwillige auf biologischen Höfen für einige
Stunden
täglich mitarbeiten und dafür freie Kost und Logis
bekommen. Wir waren jedenfalls von dieser Idee begeistert und hegten die leise Hoffnung, noch mehr Einblicke in die
neuseeländische Pferde- und Reiterwelt zu bekommen und
vielleicht, mit ganz viel Glück, an eine Farm zu kommen, wo wir
unsere zukünftigen vierbeinigen Reisegenossen erstehen
könnten. Also schmökerten wir im Verzeichnis der
WWOOF-Farmen und bei der nachfolgenden Anzeige war klar: da wollen wir
hin:
Principal Activities:
Building, gardening, planting trees, and working with our animals. |
Details:
We are a family of 4 with a vision to create a sanctuary on our organic
farm. Our land is 20 mins from Takaka, with superb views high above the
Bay in the mountains overlooking the ocean. It is a place for people to
come and experience/help us create an environment which supports a
sustainable future, with alternative dwellings, alternative power,
trees, gardens and animals. You need to be physically fit and willing
to work hard with us. We have a large herd of horses, (anyone with
natural horse-taming experience welcome), milking goats, sheep and
chickens. Accommodation in a bender (ancient celtic dwelling). We are
musicians and our music reflects our lifestyle and vision.
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Also Bewerbung schreiben, einige
Telefonate führen und einige Tage später machten wir uns auf
den Weg in die Golden Bay nach Takaka und tauchten dort in ein kleines
Paradies ein. Umgeben von einer traumhaften
Landschaft, Pferden, Hund, Katze, Ziegen, Schafe und
Hühner, versuchen
Caitlin und Sika
mit ihren beiden Kindern so nahe wie möglich an der Natur zu
leben. Dass man bereit sein muss, körperlich hart zu
arbeiten, war keine Übertreibung: 20 Blasen pro Hand waren
durchaus möglich. Aber es gab auch Tage, die einfach zu schön
zum Arbeiten waren und an denen wir stattdessen zusammen in der Sonne
lagen, im Bach badeten oder ans Meer fuhren. Und nicht zu vergessen war
das "Festival of Sounds" am benachbarten
Yoga-Zentrum Anahata,
bei dem Caitlin und Sika beide involviert waren. So bekamen wir die
Chance, Swami Muktidharma und seine Art des Chakra-Chantings kennen zu lernen.

Und dann die Pferde: Vor zwei Jahren kaufte Caitlin einen Überschussbestand der
Kaimanawa-Wildpferde auf
und ersparte ihnen den Weg zum Schlachthof. Die Kaimanawas sind
Wildpferde, die auf der Nordinsel beheimatet sind. Da ihnen aber nur
ein begrenztes Gebiet als Lebensraum zur Verfügung steht, wird der
Bestand kontrolliert und alljährlich werden bei einer Auktion
Pferde verkauft. Alle Tiere, die keinen Käufer finden,
müssen getötet werden. Nachdem Caitlins Pferde sich an ihre
neue
Heimat gewöhnt hatten, ließ sie einen Hengst dazu und
so hatten allen Stuten ihre Fohlen bei Fuß.
Moni ließ diese
seltene Chance natürlich nicht ungenutzt und konnte stundenlang
mit den Pferden mitwandern und sie beobachten, wie sie auf über
100 ha ein nahezu vom
Menschen
unbeeinflußtes Leben führen können.

Wollten wir ursprünglich nur ein paar Tage bleiben, um dann weiter
auf Pferdesuche zu gehen, wurden über drei Wochen. Zeit, die uns
zwar vom Wanderritt abging, aber zwischen uns allen ist eine besondere
Freundschaft entstanden, die wir nicht missen möchten. Die
beiden gemeinsamen Schwitzhütten verfestigte unsere Verbundenheit
noch um Vieles. Wir arbeiteten nicht für freie Kost und Logis,
sondern schätzten uns dankbar, mit dieses wunderschöne
Fleckchen Erde sein zu dürfen, das seinen Namen zu recht
trägt: Magic Mountain!