Haridwar am Ganges

Haridwar

Ganga, der indische Name für den Fluss Ganges, ist auch der Name einer Göttin im Hinduismus. Der Ganga gilt den Hindus nicht nur als heilig, sondern ist die lebendige Wasserform der Göttin, der Fluss selbst ist ihre Personifizierung. Mehr als alles Andere verkörpert es Reinheit, und dementsprechend dient Gangeswasser in allen Riten zur materiellen und spirituellen Reinigung. 

Gläubige Hindus haben oft einen kleinen Vorrat im Hause, selbst wenn sie vom Fluss weit entfernt leben. Millionen von Pilgern besuchen das ganze Jahr hindurch die Wallfahrtsorte entlang den Ufern; mindestens einmal im Leben möchte jeder rituell in die heiligen Fluten tauchen. Für die eigene Familie und die Nachbarn nimmt man das kostbare Naß dann in Flaschen mit nachhause - viele versprechen sich davon sogar Heilung, wenn sie es als Medikament nehmen, und manche Homöopathen brauchen es als Basis für ihre Medizin.

Trotz der extremen Verschmutzung des Flusses ist die Bedeutung als heiliger Fluß ungebrochen; viele Hindus vertrauen weiter ihrer unendlichen Reinigungskraft. Aber selbst wenn hinsichtlich der Verschmutzung Skepsis angebracht ist - immer wieder entdeckt man sowohl chemische als auch biologischer Phänomene, die den Strom als etwas Besonderes ausweisen: Methodisch belegt ist die Tatsache, daß er im Vergleich zu anderen Gewässern über eine dreifache Selbstreinigungskraft verfügt. Jeder Indienreisende kann eine ganz besondere Eigenschaft selbst überprüfen: Gangeswasser - nicht nur das aus der Quelle, sondern sogar in der Nähe der Mündung geschöpft, nachdem es allen Unrat der großen Städte aufgenommen hat - kann jahrelang in Behältern aufbewahrt werden und bleibt dabei stets frisch!